Cimbro - wenn der Rückruf fehlt
Beschreibung
Update Oktober 2026 – Was, wenn niemand kommt?
Im März haben wir geschrieben, dass Cimbro auf einen ganz bestimmten Rückruf wartet: „Komm nach Hause.“ Jetzt ist Oktober. Cimbro ist elf Jahre alt. Und wir schreiben wieder.
Manchmal merke ich, wie selbstverständlich ich davon ausgehe, dass sich irgendwann jemand melden wird. Vielleicht braucht es ein anderes Foto. Einen Text, der die richtigen Menschen erreicht. Irgendwo muss doch ein Platz für ihn sein. Aber was, wenn niemand kommt?
Es gibt Hunde, deren Vermittlungstexte jahrelang auf einer Homepage stehen. Bis sie eines Tages entfernt werden, ohne dass der Hund jemals ein Zuhause gefunden hat. Ich möchte diesen Gedanken bei Cimbro nicht zu Ende denken. Doch ihn nicht auszusprechen schützt ihn auch nicht davor.
Vielleicht hat ihn längst jemand gesehen. Jemand, der berührt war und dachte: Wenn der Urlaub vorbei ist. Wenn es bei der Arbeit ruhiger wird. Wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist. Ich verstehe solche Überlegungen. Ein Hund braucht einen Platz im wirklichen Alltag, nicht nur im Herzen. Aber während wir überlegen, wird Cimbro älter. Er braucht sein Zuhause nicht irgendwann. Er braucht es, solange er es noch erleben kann.
Dabei gibt es gute Nachrichten: Körperlich geht es ihm deutlich besser. Er hat zugenommen, die Krusten sind verschwunden. Menschen begegnet er gesellig und selbstsicher. Seinen Zwinger teilt er mit Rüden und Hündinnen. Beim Spaziergang hat er stets die Nase am Boden. Ein alter Jagdhund, beschäftigt mit den Spuren seiner Umgebung. Ich wünsche ihm jemanden, der dabei stehen bleibt und ihm Zeit lässt. Der irgendwann seine kleinen Gewohnheiten kennt und weiß, an welcher Stelle besonders gründlich geschnuppert werden muss. Für seine Spaziergänge soll er alle Zeit bekommen, die er braucht. Auf sein Zuhause sollte er nicht länger warten müssen.
Wir wissen nicht, wie viele gute Jahre noch vor ihm liegen. Aber auch der heutige Tag gehört zu seinem Leben. Er zählt nicht weniger, nur weil Cimbro ihn noch im Lager verbringt.
Ich freue mich, dass er wieder kräftiger geworden ist. Und ich wünsche mir so sehr, dass er davon noch etwas haben darf. Dass seine neue Kraft ihn über vertraute Spazierwege trägt. Dass abends ein bequemer Platz auf ihn wartet und jemand nebenbei die Hand nach ihm ausstreckt. Solche gewöhnlichen Dinge. Für ihn wären sie ein anderes Leben.
Wenn Sie ernsthaft über ihn nachdenken, rufen Sie bitte an. Ein Gespräch verpflichtet Sie nicht zur Adoption. Aber es kann klären, ob aus Ihrem „Vielleicht“ eine wirkliche Möglichkeit für Cimbro werden könnte. Vielleicht wartet jeder darauf, dass ein anderer sich meldet. Cimbro kann sich darauf nicht verlassen.
Ein Video finden sie auf unserer Homepage.
Update März 2026 - Wenn der Rückruf fehlt
Du weißt, wie ein Jagdhund reagiert, wenn „sein Mensch“ ruft: Kopf hoch, Ohren auf Empfang, der ganze Hund plötzlich bei dir. Cimbro kennt dieses Prinzip. Cimbro hat dieses „am Menschen hängen“ irgendwo tief drin noch gespeichert. Nur dass in seinem Leben vermutlich lange nicht „Komm“, sondern eher „funktionier“ gegolten hat. Was er nicht kennt, ist der Rückruf, der wirklich zählt: „Komm nach Hause.“
Denn unser Senior ist jetzt seit fünf Monaten auf der Homepage – und er wartet noch immer auf sein Zuhause. Fünf Monate sind für einen jungen Hund „naja, wird schon“. Für einen alten Jagdhund ist das nicht einfach „noch ein bisschen Geduld“. Das ist Zeit, die nicht zurückkommt. Zeit in einer kahlen Betonzelle läuft anders: jeder Tag gleich, nur der Körper wird müder und die Hoffnung muss mehr arbeiten.
Unsere Tierschützer durften Cimbro wieder besuchen. Das ist die Info, die wir dir mitgeben können – und sie ist wichtig, weil sie zeigt, dass Cimbro noch nicht aufgegeben hat. Er ist vorsichtig, ja. Kein Wunder. So als würde er zuerst prüfen, ob wieder Erwartungen kommen, die er nicht erfüllen kann. In einer großen, lauten Anlage, in einer kargen Betonzelle, ohne Bewegung und keiner echten Zuwendung ist diese Vorsicht kein „Problem“, sondern Selbstschutz.
Und dann passiert etwas, das man bei sensiblen Jagdhunden gut kennt: Sobald der Druck raus ist, wird er klarer. Wenn Cimbro merkt, dass du nichts von ihm „haben“ willst , du ihn nicht drängst, nicht ziehst, nicht „durchsetzen“ willst, keine Unterordnung, kein Funktionieren – dann er entspannt er. Dann sucht er Kontakt. Als würde er sagen: „Okay. Ich schau mir das an. Aber bitte fair.“
Die Leine kennt er ebenfalls– nur fühlt sie sich für ihn nicht wie Sicherheit an. Eher wie ein altes Wort, das früher Druck bedeutete. Die Tierschützer beschrieben, dass er Angst bekam, sobald man ihn in eine bestimmte Richtung lenken wollte. Das ist kein Trotz. Das ist ein Hund, der Führung erst neu übersetzen muss: weg vom Zwang, hin zum Einladen., ruhig, freundlich, berechenbar. Cimbro braucht einen sauberen, leisen Rückruf. Einen Menschen, der ihm zeigt, dass „Zusammen“ nicht „unter Druck“ heißt, sondern „bei mir bist du sicher“.
Und falls dich sein Blick gerade nicht loslässt: Dann nimm das ernst. Cimbro wirkt wie ein Hund, den man schnell „kennt“, wenn man ihn einmal in Ruhe anschaut – ein alter Jagdhund, der keinen Lärm braucht, sondern Verlässlichkeit, Wärme, regelmäßige Mahlzeiten und würdige Spaziergänge.
Melde dich bitte bei Cimbros Vermittlerin, wenn du ihm genau das geben kannst. damit endlich erleben darf, dass er mehr ist als ein Gebrauchsgegenstand – nämlich ein Hund, der dazugehört. Damit aus fünf Monaten Warten endlich ein Ankommen wird. Damit Cimbro endlich seinen Rückruf bekommt.
Diese Augen. Cimbros traurige, schon fast erloschene Augen. Was sie wohl alles schon gesehen haben? Und was hat sein viel zu magerer Körper, die Rippen sind von Auge sichtbar, was hat dieser Körper, der Narben und Wunden aufweist, schon alles mitgemacht? Sehr viel Schönes kann es in Cimbros Leben bislang nicht gegeben haben. Davon zeugen nicht nur sein Blick und sein geschundener Körper, sondern auch die Art, wie er sich Menschen gegenüber verhält.
Die mit uns befreundeten Tierschützer durften Cimbro im Oktober 2025 das erste mal in seinem Verließ im großen, lauten, traurigen Hundelager besuchen. Dort eingeliefert worden war der arme Tropf erst Anfang des Monats, war somit vermutlich bei der Begegnung mit den Tierschützern noch etwas durch den Wind: neue Umgebung (kahle Betonzelle), keine Bewegung (weil 24/7 in kahler Betonzelle), neue Hundekumpels (Rüden und Weibchen, das Zusammenleben scheint gut zu funktionieren), das Futter so-so (war früher vermutlich nicht besser), seltsame Menschen / Wärter, die nie Zeit haben und für die jeder Hund nur eine Nummer ist (und das war früher mit ziemlicher Sicherheit auch nicht anders für Cimbro). Das könnte die Erklärung dafür sein, dass er auf den Besuch erstmal eher zurückhaltend reagierte. Von Aggression keine Spur, einfach nur vorsichtig. Die Tierschützer haben uns berichtet, dass Cimbro an den Umgang mit Menschen gewöhnt zu sein scheine und auch gut an der Leine laufe. «Die Leine scheint er zu kennen, aber er fühlt sich damit nicht ganz wohl. Sobald wir versucht haben, ihn in eine bestimmte Richtung zu lenken, bekam er Angst und hat sich etwas zurückgezogen.» Cimbro ist ein in die Jahre gekommener Jagdhund, und sowohl sein Verhalten als auch sein Zustand deuten darauf hin, dass er sein Leben bei einem Jäger gefristet hat und nun nicht mehr «zu gebrauchen» war. Ob er ausgesetzt und schlussendlich als Streuner von Hundefängern ins Lager gebracht worden war oder ob sein «Besitzer» ihn abgegeben hat, wissen wir nicht und spielt auch keine große Rolle. Fakt ist, er benötigt ganz dringend unsere Hilfe. Er braucht eine liebevolle Familie (oder Einzelperson), die ihm all das gibt, was ihm bislang verwehrt worden ist: Liebe, Respekt, Familienanschluss, gutes Futter und regelmäßige Mahlzeiten, einen warmen, weichen Schlafplatz, tägliche Abenteuerspaziergänge in der Natur, und nochmals Liebe, Liebe, Liebe. Denn Cimbro ist nicht nur ein armer alter Hund, der sich nie an gewisse Umgangsformen gewöhnen konnte, sondern sich davor fürchtet. Nein, Cimbro kann auch anders und hat den Tierschützern auch diese Seite sehr deutlich gezeigt. Er scheint ein sehr sensibler, kluger Hund zu sein, denn, nochmals O-Ton der Tierschützer: «Wenn Cimbro sich nicht bedroht fühlt, dann zeigt er, dass er im Grunde ein selbstbewusster, gar nicht ängstlicher Hund ist. Sobald er gemerkt hat, dass wir es nur gut mit ihm meinen, wurde er entspannter und hat sogar von sich aus den Kontakt zu uns gesucht.»
Falls Sie, geschätzte Leserin, geschätzter Leser, Cimbro einen Platz in Ihrer Familie anbieten möchten, falls Sie ihm mit Geduld und Zeit und Empathie zeigen können, dass für ihn das Leben ab sofort nur noch aus Liebe und Goldstaub und Sonnenschein (auch wenn es stürmt oder schneit) besteht, dann melden Sie sich doch bitte bei Cimbros Vermittlerin. Unser alter Schlumpf hat schon genug mitgemacht, einen Winter im eiskalten Canile möchten wir ihm unbedingt ersparen.
Falls Sie Cimbro nicht aufnehmen können, dann verbreiten Sie doch bitte seine Geschichte in Ihren sozialen Medien. Unser Dank ist Ihnen gewiss.
Steckbrief
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Herkunftsland:Italien
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Geschlecht:männlich
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Geburtsdatum:01.10.2015
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Kastriert:ja
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Grösse:Mittel (10 kg–25 kg)
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Rasse:Segugio Mischling
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Fellart:Kurzhaar
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Gechippt:ja
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Verträglich mit:Hunden
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Gebühr:auf Anfrage
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Aufenthaltsort:Tierheim
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Aufenthaltsland:Italien
Kontakt
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