JA zur Feuerwerksinitiative
Feuerwerk und seine Auswirkungen auf Tiere, Menschen und die Natur
Plötzliche Knallgeräusche, grelle Lichtblitze und Rauch: Feuerwerk kann für Tiere und Menschen eine erhebliche Belastung sein. Besonders problematisch ist die private Knallerei, die häufig nicht auf den 1. August und Silvester beschränkt bleibt, sondern bereits Tage oder Wochen vorher beginnt und danach weitergeht.
Für viele Tiere bedeutet der unerwartete Lärm Angst und Stress. Aber auch lärmempfindliche Menschen, Familien mit kleinen Kindern oder Personen mit Atemwegserkrankungen können darunter leiden. Hinzu kommen Feinstaub, Abfälle und die Brandgefahr bei Trockenheit.
Die eidgenössische Volksinitiative «Für eine Einschränkung von Feuerwerk» greift diese Problematik auf. Sie wurde am 3. November 2023 mit 137’193 gültigen Unterschriften eingereicht.
Feuerwerk in der Schweiz: Bis zu 400 Tonnen Feinstaub pro Jahr
Feuerwerk sorgt jedes Jahr für Diskussionen. Während manche Menschen die Lichter am Himmel schätzen, würden andere gerne darauf verzichten – insbesondere wegen der Folgen für Tiere und Umwelt. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) beziffert die jährliche Feinstaubbelastung durch Feuerwerk in der Schweiz auf 200 bis 400 Tonnen. Hinzu kommt der Lärm, der Haus-, Nutz- und Wildtiere erheblich belasten kann.
Was nach dem Feuerwerk in der Luft bleibt
Feuerwerkskörper bestehen nicht nur aus den Stoffen, die für Licht und Farbe sorgen. Laut Bundesamt für Umwelt (BAFU) machen die eigentlichen pyrotechnischen Sätze etwa ein Viertel des Gewichts aus. Der Rest besteht aus Materialien wie Karton, Holz, Kunststoffen oder Ton. Beim Abbrennen werden unter anderem feine Partikel freigesetzt, die in der Luft schweben und eingeatmet werden können.
Die Luftbelastung hängt stark vom Wetter ab. Besonders bei kalten Temperaturen und sogenannten Inversionslagen, beispielsweise unter einer Hochnebeldecke, können sich die Partikel länger in Bodennähe halten. Messungen des Nationalen Beobachtungsnetzes für Luftfremdstoffe (NABEL) zeigen, dass in der Nähe von Feuerwerken hohe Feinstaubkonzentrationen auftreten können. Unter ungünstigen Bedingungen kann dabei auch der in der Luftreinhalte-Verordnung festgelegte Tagesmittelgrenzwert für PM10 von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter überschritten werden.
Die Belastung ist häufig zeitlich begrenzt. Das macht sie jedoch nicht bedeutungslos, insbesondere für Menschen mit bestehenden Atemwegs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Feinstaub gelangt auch in Böden und Gewässer
Was nach dem Feuerwerk zunächst in der Luft schwebt, bleibt nicht vollständig dort. Das BAFU weist darauf hin, dass sich Feinstaub als Niederschlag auch auf Böden und Gewässern ablagert. Hinzu kommen Verpackungsmaterialien und Reste abgebrannter Feuerwerkskörper.
Die Umweltbelastung endet deshalb nicht zwangsläufig mit dem letzten Licht am Himmel. Das Bundesamt für Umwelt hält fest, dass weniger abgebranntes Feuerwerk auch eine geringere Umweltbelastung bedeutet.
Für Tiere kommt zum Feinstaub der plötzliche Lärm
Während sich die Umweltbelastung durch Messungen erfassen lässt, bleiben viele Reaktionen von Wildtieren für Menschen unsichtbar. Das BAFU weist ausdrücklich darauf hin, dass plötzlich auftretende Knallgeräusche Haus-, Nutz- und Wildtiere erschrecken. Die Folgen können je nach Tierart und Situation unterschiedlich ausfallen.
- Hunde und Katzen zeigen Angstreaktionen beispielsweise durch Zittern, Verstecken, Unruhe oder Fluchtversuche.
- Pferde und andere Nutztiere können auf unerwartete Knallgeräusche mit Schreck- und Fluchtreaktionen reagieren.
- Wildtiere können sich nicht auf ein bevorstehendes Feuerwerk vorbereiten und haben häufig keinen geschützten Rückzugsort. Eine Flucht kostet Energie und kann sie aus ihren gewohnten Ruhe- oder Nahrungsgebieten vertreiben.
Eine Untersuchung am Zürichsee zeigt, wie lange die Störung dauern kann
Dass sich Feuerwerk auf Wildvögel auswirkt, wurde auch in der Schweiz wissenschaftlich untersucht. Der Ornithologe Martin Weggler beobachtete während zweier Jahreswechsel die Wasservögel im unteren Zürichseebecken. Seine 2015 veröffentlichte Studie zeigte, dass am Neujahrstag nach dem Silvesterfeuerwerk deutlich weniger Wasservögel im untersuchten Gebiet anzutreffen waren.
Die Rückgänge betrugen 26 beziehungsweise 35 Prozent. Besonders betroffen waren unter anderem Tafelenten und Reiherenten. In einem der untersuchten Winter dauerte es zehn Tage, bis die Bestände wieder das Niveau vor dem Feuerwerk erreichten.
Die Untersuchung beweist nicht, dass die verschwundenen Vögel verletzt wurden oder starben. Sie dokumentiert jedoch, wie stark sich ihre Aufenthaltsorte nach einem Feuerwerk verändern können. Gerade für überwinternde Wasservögel können solche Störungen problematisch sein, weil sie in der kalten Jahreszeit auf ausreichende Energiereserven angewiesen sind.
Warum die Diskussion 2026 besonders aktuell ist
Am 29. November 2026 entscheidet die Schweizer Stimmbevölkerung über die eidgenössische Volksinitiative «Für eine Einschränkung von Feuerwerk». Die Initiative will den Verkauf und die Verwendung von Feuerwerkskörpern, die Lärm erzeugen, verbieten.
Feuerwerkskörper, die nicht unter das vorgesehene Verbot fallen, könnten weiterhin verwendet werden. Für bestimmte öffentliche Anlässe von überregionaler Bedeutung wären kantonale Ausnahmebewilligungen möglich. Welche Feuerwerkskörper im Einzelnen als lärmerzeugend gelten, müsste bei einer Annahme gesetzlich konkretisiert werden.
Bundesrat und Parlament empfehlen die Initiative zur Ablehnung. Sie verweisen darauf, dass Feuerwerk bereits reguliert ist und Kantone sowie Gemeinden zusätzliche Einschränkungen beschliessen können. Die Initiantinnen und Initianten sehen dagegen in schweizweit einheitlichen Regeln einen besseren Schutz für Menschen, Tiere und Umwelt.
Was die BAFU-Zahlen für die Diskussion bedeuten
Die Angaben des Bundesamts für Umwelt zeigen, dass Feuerwerk mehr als ein kurzfristiges Lichterspektakel ist. Jährlich entstehen mehrere hundert Tonnen Feinstaub. Unter ungünstigen Wetterbedingungen kann die Luftbelastung lokal stark ansteigen. Gleichzeitig können plötzliche Knallgeräusche Haus-, Nutz- und Wildtiere erschrecken.
Die Zahlen allein beantworten nicht, wie die Schweiz künftig mit Feuerwerk umgehen soll. Sie liefern aber eine wichtige sachliche Grundlage für die öffentliche Diskussion. Denn neben der Freude an den farbigen Lichtern gehören auch die Folgen für Tiere und Umwelt zur Gesamtbilanz.
Transparenz: tieronline.ch unterstützt die Feuerwerksinitiative und setzt sich für einen besseren Schutz von Heim-, Nutz- und Wildtieren ein.
Weitere Informationen: Tierschutz Helfer
Quellen
- Bundesamt für Umwelt: Feuerwerke und Umweltbelastung, veröffentlicht am 27. Juli 2026.
- Bundeskanzlei: Feuerwerksinitiative – Informationen zur Abstimmung vom 29. November 2026.
- Weggler, M. (2015): Effekt von Silvesterfeuerwerk auf überwinternde Wasservögel im unteren Zürichsee-Becken. Der Ornithologische Beobachter 112, 211–218.
- Kanton Zürich: Feuerwerk – Luftbelastung und gesundheitliche Auswirkungen.
- Luftreinhalte-Verordnung (LRV), SR 814.318.142.1.
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Offizielle Seite:
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Tierschutz Helfer:
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Schweizer Tierschutz STS:

Persönliches Engagement für die Feuerwerksinitiative
Corinne Meister, Gründerin von Tieronline und Mitglied des Initiativkomitees, engagiert sich seit Beginn für die Feuerwerksinitiative. Sie war für die Koordination der Unterschriftensammlung verantwortlich.
An der Medienkonferenz vom 13. Oktober 2026 im Bundeshaus in Bern sprach sie über die Entstehung der Initiative und das freiwillige Engagement zahlreicher Menschen, die zum Zustandekommen beigetragen haben.
