Jacoby- Wörter, die keiner spricht...
Beschreibung
Tage. Stimmen. Immerzu Stimmen. „Bruno! Bella! Komm!“ Jeden Tag hört man Wörter, die fliegen wie Leckerli durch die Luft, geschleudert von lachenden Menschen, aufgefangen von aufgeregten Hunden. Manche Namen werden mit Liebe gesagt, viele mit Sehnsucht, manche einfach so.
Aber nie fällt meiner. Jacoby. Ich kenne meinen Namen in der Stille. Ich spüre ihn, wenn alle anderen fort sind und kein einziges Wort mehr im Zwinger tanzt. Manchmal probiere ich ihn aus, ganz leise in Gedanken, stelle mir vor, wie er in einer warmen Stimme klingt. Wie es wäre, wenn jemand ihn laut ruft – nicht aus Versehen, nicht weil er jemand anderen meint, sondern weil er mich wirklich sieht.
Sie rufen andere. Sie umarmen andere. Meine Schwester, meine Freunde – sie durften gehen, weil jemand ihr Wort gefunden hat. Ich bin übriggeblieben, mit all den Sätzen in meinem Herzen, die niemand jemals zu mir gesagt hat.
„Wart ab, Jacoby, irgendwann kommt deine Familie.“ Das war einmal. Ich habe gewartet, 365 Tage, 730, und jetzt schon fast 1500. Jeden einzelnen Tag habe ich meinen Namen auf der Zunge gespürt und ihn doch nie gehört. Ich weiß, wie die Jahreszeiten riechen und wie schwer Worte wiegen, wenn sie nie ausgesprochen werden.
Ich bin freundlich, ich war geduldig. Ich habe mich bemüht, unsichtbar und unauffällig zu sein, weil niemand extra ruft, niemand nach mir verlangt. Tage und Nächte vergehen – ich werde älter, schwerer, ruhiger. Vielleicht habe ich deswegen keine Leine kennengelernt. Vielleicht, weil ich nie dorthin durfte, wo ein Name mehr bedeuten würde als nur ein Eintrag in einer Liste.
Ich teile meinen Alltag mit Jontar und Betsy. Wir sind zu dritt, aber jeder von uns bleibt ein eigenes Wort, das keiner spricht. Wenn die Tierschützer kommen, spreche ich innerlich meinen Namen – ein stilles Gebet. Manchmal glaube ich, die Sehnsucht hängt als Laut in der Luft. Doch niemand nimmt sie wahr.
Was würde geschehen, wenn jemand an das Gitter kommt, innehält und meinen Namen sagt? Was alles könnte auf einmal lebendig werden in mir – wenn da draußen wirklich jemand ist, der nicht nur Hunde sieht, sondern Jacoby ruft. Mich.
Vielleicht bist Du das, Leser. Vielleicht sprichst Du am Ende das Wort aus, das mein Leben zum Leuchten bringt. Vielleicht fängst Du diesen Namen auf, heilst damit die Stille, die mich umgibt.
Und vielleicht, wenn die Zeit reif ist, kann ich das allererste Mal hören, wie mein Herz reagiert, wenn endlich mein Name klingt: Jacoby.
Bitte, ruf mich – damit ich endlich weiß, wie es sich anfühlt, nach Hause zu kommen.
Steckbrief
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Herkunftsland:Italien
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Geschlecht:männlich
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Geburtsdatum:25.08.2021
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Kastriert:ja
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Grösse:Mittel (10 kg–25 kg)
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Rasse:Mischling
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Fellart:Langhaar
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Gechippt:ja
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Verträglich mit:Hunden
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Gebühr:Euro 515
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Aufenthaltsort:Tierheim
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Aufenthaltsland:Italien
Kontakt
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