Acht kleine Leben und beinahe ebenso viele Versuche, ihnen einen kleinen Vorstellungstext zu schreiben, der zumindest ansatzweise beschreibt, wie ihre Tage und Nächte aussehen, seit sie auf dieser Welt sind. Wie tief muss man in den Abgrund schauen, um ermessen zu können, was passiert ist? Die Geschichte selbst ist, dass Ozira und ihre Geschwister in die Finsternis der Hundehölle hineingeboren wurden … auf dem blanken Beton. Vielleicht suchen sie deshalb Schutz in den Ecken oder einfach an der nackten Wand …, weil sie eben nur diese Wand kennen. Sie haben keine, wenn auch manchmal noch so verschwommene, Erinnerung an eine Zeit vor dem Hundelager. Doch während die Brüder inzwischen von der Mutter und ihren Schwestern getrennt wurden und nun ganz allein sind, dürfen die drei Mädchen noch bei Mama sein. So ist ihre Verzweiflung nicht ganz so grenzenlos. Auch bei ihnen überwiegen die verlorenen Momente … aber wenn sie Mama dann wieder entdecken, laufen sie zu ihr und suchen dort Schutz …
Aber manchmal, für einen winzigen Moment, blitzt etwas auf. Ein kaum erkennbarer Blick oder ein halber Schritt nach vorne. Etwas, das beinahe wirkt wie: Vielleicht ist die Welt doch nicht nur so. - Aber sie sind so flüchtig, diese Momente. Und wenn niemand kommt, um sie festzuhalten, wenn niemand ihnen zeigt, dass es mehr gibt als diese Mauern, dann verschwinden sie wieder. Für immer. Dann werden aus acht kleinen Geschwistern acht Hunde, die nie gelernt haben zu leben, die nie gerannt sind ohne Angst und nie gespielt haben, ohne aufzuschrecken. Und dann wird aus dieser Angst ihr ganzes Leben werden.
Aber noch ist es nicht so weit und noch ist nichts verloren. Die Geschichte von Ozira, Olmo, Oxen, Olrik, Orbel, Olyvia, Orvin und Ozira kann eine ganz eine andere werden. Aber die Zeit läuft. Denn wenn sie jetzt nicht gesehen werden, wenn niemand kommt, der ihnen zeigt, dass die Welt mehr ist als dieser vermaledeite Kerker, dann wird genau das ihr Leben bleiben. Dann werden sie nie erfahren, wie es ist, gerufen zu werden und zu kommen, ohne Angst haben zu müssen.
Wir suchen Menschen, die verstehen, dass diese Welpen nichts falsch gemacht haben …, dass sie nur am falschen Ort geboren wurden. Menschen, die nicht erwarten, dass diese kleinen Seelen sofort ankommen, sondern sie auf ihrem Weg zu begleiten wollen. Denn wir sind ganz sicher: Wenn man ihnen diese Chance gibt, werden aus diesen acht kleinen Leben, Hunde, die endlich leben dürfen.
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Ozira lässt niemanden an sich heran. Wenn man es versucht, läuft sie davon.
Als wäre ihre einzige Strategie, unsichtbar zu werden. Ozira braucht Menschen, die wirklich geduldig mit ihr umgehen.