Update Februar 2026 - Netzwerken wie ein Profi …. einmal alle abholen, bitte
Manche Hunde kommen rein und sind erstmal dezent. Lisandro kommt rein und es wirkt, als hätte jemand den „Freundlich & Vollbetrieb“-Knopf gedrückt: einmal kurz alle begrüßen, einmal fix prüfen, ob irgendwo zufällig ein Abenteuer rumliegt, und dann mit diesem Blick: „So. Wer hat den Tagesplan? Ich hätte Vorschläge.“ Seine Energie ist dabei nicht „Chaos“, sondern eher „Gute-Laune mit Muskeln“. Und das eigentlich Unfaire daran: Er hat sich diese Lebensfreude nicht im Garten antrainiert, sondern trotz viel zu langer Wartezeit irgendwo tief drin konserviert – wie ein Akku, der endlich wieder ans Ladegerät will.
Damit wir uns richtig verstehen: Seine Geschichte ist nichts, was man mit ein paar flotten Sprüchen „wegwitzeln“ sollte. Lisandro hat sieben (7!!!) Jahre in Gefangenschaft verbracht – viel zu viele. Aber wenn man ihn erlebt, bekommt man nicht den Eindruck, dass er sich innerlich verabschiedet hätte. Eher so, als würde er sagen: „Okay, Leute. Lange genug Pause. Ich wäre dann jetzt bereit für mein eigentliches Leben.“
Und „bereit“ bedeutet bei Lisandro nicht „bitte in Zeitlupe an mir vorbeiatmen“. Lisandro ist trotz seiner 9 Jahre sportlich, energiegeladen, neugierig, lebhaft– ein Rüde mit ordentlich PS und einer ziemlich klaren Meinung dazu, wofür Beine gedacht sind: nicht als Deko, sondern als Fortbewegungsmittel. Er sucht aktiv Kontakt, geht auf Menschen zu, interagiert freundlich und lässt sich problemlos anfassen und handeln. Wenn man ihm begegnet, hat man nicht das Gefühl, dass man ihn „überreden“ muss, Mensch-Kontakt zu mögen. Eher, dass man ihm erklären muss, dass man nicht jedem Menschen sofort seine Visitenkarte in die Hand drücken kann.
Wenn unsere Tierschützer ihn besuchen und fotografieren konnten, war das für Lisandro wahrscheinlich wie ein kurzer Blick hinter die Kulissen: „Aha. Da draußen gibt’s also noch was.“ Besuche – inklusive dem großen Highlight: Wiese. Für die meisten Hunde ist Wiese einfach nur: toll. Für Lisandro muss Wiese ungefähr gewesen sein wie ein plötzlich geöffnetes Fenster nach Jahren in einem stickigen Raum. Die Rückmeldung: Er habe sich euphorisch gefreut, sei zunächst etwas wild gewesen und wäre am liebsten davon galoppiert. Übersetzung aus Hundisch: „Endlich Platz! Endlich Gerüche! Endlich „Hallo Welt, ich bin da! Ich möchte nicht gleich wieder zurück auf Beton, danke.“
Jetzt kommt aber der Teil, der zeigt, dass Lisandro nicht nur „Turbogang“ kann: Nach dem ersten Überschwang wurde er wieder aufmerksam, ansprechbar und hat freundlich mit den ihm unbekannten Menschen interagiert. Das ist diese Mischung, die Gold wert ist: ein Hund, der sich freuen kann wie ein Profi – und der trotzdem wieder in den Kontakt findet, wenn man ihn abholt.
Natürlich hat die Operation „Befreiung“ mehrere Missionen. Mission 1 ist klar: raus da, dauerhaft. Mission 2: Alltag lernen. An der Leine gehen muss weiter geübt werden – nicht weil Lisandro stur wäre, sondern weil ihm schlicht niemand jahrelang erklären konnte, wie man sich in einer Welt mit Regeln, Straßen und „nicht jeder Impuls ist ein Startsignal“ bewegt. Er wirkt aber lernwillig und so, als würde er diesen Kurs ziemlich gerne belegen – solange der Unterricht freundlich, klar und konsequent ist
Sozial ist Lisandro gut aufgestellt: Test mit Hündinnen: bestanden, keine Probleme. Katzentest: bestanden, ebenfalls keine Probleme – er wirkt Katzen gegenüber fast ein bisschen vorsichtig, als hätte er beschlossen, dass man bei Samtpfoten lieber auf „Diplomatie“ umschaltet. Auch das ist ja eine Form von Intelligenz: nicht überall sofort mit Vollgas rein.
In Wahrheit wartet Lisandro leider immer noch darauf, dass sich seine Tür nicht nur für fünf Minuten öffnet, sondern für immer. Vielleicht sind Sie genau die Person, die nicht nur kurz die Tür aufmacht, sondern sagt: „Komm. Diesmal bleibst du.“ Kontaktieren Sie gern seine Vermittlerin – Lisandro wäre bereit. Und seine Beine übrigens auch.
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Freundlich zu Menschen und verträglich mit seinen Hundekumpels - das ist unser Lisandro. Er wurde am 15.02.2019 im Canile abgegeben und jetzt sitzt er da und wartet auf seine Menschen. Er hat eine etwas tapsige Art, sich zu bewegen, fast wie ein Welpe. Gelernt hat er bisher noch nichts. Auch an der Leine gehen kann er noch nicht, aber lieb ist er.
Für Lisandro wünschen wir uns ein ländliches, ebenerdiges Zuhause mit genügend Platz. Seine Menschen sollten schon Erfahrung mit der Erziehung von Hunden haben und standfest sein und ihn halten können. Lisandro muss das kleine Hunde-Einmaleins noch lernen. Der Besuch einer guten Hundeschule, in der ohne Zwang gearbeitet wird, würde dabei sicher helfen.
Wenn Ihnen ein freundliches, fröhliches Kraftpaket in ihrem Leben noch fehlt und Lisandro sich gerade in Ihr Herz geschlichen hat, dann nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf.