Name: Leah
Geburtsdatum: 25.02.2024 (geschätzt)
Geschlecht: weiblich, nicht kastriert
Gewicht: 11 kg
Herkunft/Rasse: Rumänischer Straßenhund-Mix (laut DNA-Test mit Anteil Zentralasiatischer Ovcharka)
Besonderheit: Keine Rute vorhanden (vermutlich genetische Mutation)
Wesen und Verhalten
Wir haben Leah im Alter von etwa 10 Monaten über einen deutschen Tierschutzverein übernommen. Sie stammt ursprünglich aus Rumänien, wo sie angeblich mit ihren Geschwistern auf der Strasse gefunden und in ein Tierheim gebracht wurde. Im Sommer 2024 kam sie nach Deutschland.
Zunächst wurde vermutet, dass sie ein Norfolk-Terrier-Mix sei, was sich durch einen von uns durchgeführten DNA-Test nicht bestätigt hat.
Verhalten:
Leah zeigt ein sehr ängstliches und stark territoriales Verhalten.
Fremden Menschen gegenüber ist sie extrem misstrauisch und reagiert teilweise aggressiv. Besonders auf Kinder reagiert sie sehr stark und gerät schnell in hohe Erregung.
Innerhalb ihres vertrauten Umfelds ist sie hingegen sehr anhänglich, verschmust und sucht aktiv Nähe. Sie liebt es, gekrault zu werden, fordert Streicheleinheiten ein und zeigt sich ihrer Bezugsperson gegenüber sehr liebevoll. Ausserdem ist sie sehr agil und jagdlich motiviert (z. B. Mäusejagd).
Entwicklung bei uns:
Zu Beginn war Leah sehr ängstlich und zurückhaltend. Besonders vor Männern hatte sie grosse Angst. Erst nach etwa fünf Wochen fasste sie so viel Vertrauen, dass sie sich von meinem Mann anfassen und kraulen lies.
Gegenüber unseren Kindern zeigte sie sich anfangs ambivalent, aber freundlich. Sie liess sich streicheln, nahm jedoch kaum Leckerlis an. Auch beim Fressen war sie stets angespannt und vorsichtig.
Nach etwa zwei Monaten begann sie, draussen jeden fremden Menschen anzubellen. Der Besuch einer regulären Hundeschule war nicht möglich, weshalb wir Einzelstunden bei einer Hundetrainerin genommen haben.
In einer Situation versuchte Leah, einem Kellner ins Bein zu beissen. Seitdem trägt sie draussen sowie bei Besuch einen Maulkorb.
Beissvorfälle innerhalb der Familie:
Im Spätsommer kam es zu einer sehr ernsten Situation: Leah wollte unsere jüngste Tochter bei deren Heimkehr von der Schule in der Wohnung angreifen. Durch mein schnelles Eingreifen konnte Schlimmeres verhindert werden. Ihre Körperspannung und ihr bedrohliches Bellen liessen die Eskalation deutlich erkennen. Diese Situation war für uns alle ein grosser Schock.
Daraufhin liessen wir sie tierärztlich untersuchen, um mögliche neurologische Ursachen auszuschliessen, da ihr Verhalten für uns nicht erklärbar war.
An Weihnachten kam es erneut zu einem Vorfall: Leah biss unsere älteste Tochter, als diese gemeinsam mit mir durch die Haustür hereinkam.
Diese Situation ist für uns bis heute nicht nachvollziehbar. Leah hatte meine Tochter gesehen, gerochen und gehört. Es gab kein Bedrängen und kein für uns erkennbares Fehlverhalten.
Abgesehen von diesen Vorfällen zeigte sich Leah uns gegenüber stets liebevoll und suchte weiterhin Nähe.
Verhalten draussen und gegenüber Dritten
Draussen bellt Leah jeden Menschen an, der ihr zu nahe kommt. Ein Rückruf funktioniert nur dann zuverlässig, wenn keine weiteren Reize (Menschen, Hunde, Tiere) vorhanden sind.
Mit anderen Hunden kommt sie grundsätzlich zurecht, zeigt jedoch deutliche Sympathien und Antipathien.
Menschen, die sich ihr zuwenden, werden sofort angebellt. Besucher im Haus werden ebenfalls lautstark und deutlich abgewehrt (mit Maulkorb abgesichert).
Besonders auffällig ist ihr Verhalten gegenüber Kindern: Hier steigert sie sich schnell von einem warnenden Bellen in ein aggressives, stark erregtes Verhalten.
Fortschritte:
Trotz allem hat Leah in diesem Jahr kleine Fortschritte gemacht:
Sie lässt sich inzwischen von der Hundecoiffeurin anfassen.
Sie nimmt mittlerweile Leckerlis an.
In der Tagesbetreuung hat sie Vertrauen aufgebaut und fordert dort ebenfalls Streicheleinheiten ein.
Autofahren ist inzwischen problemlos möglich.
Was Leah braucht
Leah braucht ein ruhiges, stabiles Zuhause bei sehr hundeerfahrenen Menschen – idealerweise mit Erfahrung im Umgang mit Angst- und Aggressionshunden aus dem Tierschutz.
Ein Haushalt ohne Kinder ist zwingend erforderlich.
Sie ist kein Hund für ein städtisches Umfeld, Restaurantbesuche oder Situationen mit vielen Menschen. Solche Reize überfordern und stressen sie massiv. Ein ländliches Zuhause mit klarer Führung, Geduld und Zeit wäre ideal.
Leah ist kein „einfacher“ Hund. Sie ist gleichzeitig sehr liebebedürftig und im vertrauten Rahmen sehr verschmust – aber draussen und gegenüber Kindern zeigt sie ein ernstzunehmendes Aggressionsverhalten.
Wir geben sie schweren Herzens ab. Emotional möchten wir sie nicht gehen lassen. Rational wissen wir jedoch, dass wir ihr nicht die Ruhe, Struktur und Sicherheit bieten können, die sie dauerhaft braucht.